MVGIDA weiter im Abwärtstrend

Mit knapp 120 Teilnehmer*innen setzte sich beim heutigen MVgida Aufmarsch in Schwerin der Abwärtstrend fort. Es fanden sich fast ausnahmslos Menschen aus der Naziszene ein, angeführt von Andreas Theissen(NPD). Die geplante Route konnte aufgrund von Gegenprotesten, wie einer Blockade von 40 Antifaschist*innen, nicht abmarschiert werden. Statt der angekündigten Hauptkundgebung auf dem Marktplatz, die ohnehin im Trillerpfeifenlärm der Gegendemonstrant*innen untergegangen wäre, marschierten sie nach kurzem Stopp weiter. Der Naziaufmarsch, der mit Verspätung startete, war allerdings schon nach gut einer Stunde zu Ende.
Negativ fiel wieder einmal die polizeiliche Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) auf, die bei dem Versuch, eine Straße zu sperren, völlig unverhältnismäßig Gegedemonstrant*innen stieß und zu Boden warf. Eine Person wurde dabei gleich komplett über die Kühlerhaube eines parkenden Autos geschleudert. Als der Polizeitäter von Bürger*innen darauf angesprochen wurde, verweigerte er die Herausgsabe seiner Dienstnummer oder seines Namens. Stattdessen schubsten seine Kollegen die fragenden Bürger*innen weg. Ein Grund mehr für die konsequente Durchsetzung einer Polizeiausweispflicht, damit zumindest die BFE nicht weiterhin konsequenzenlos tun und lassen kann, was sie will.
Wieder einmal zeigte sich, dass in Schwerin der aktive Protest nahezu ausschließlich von antifaschistischen Gruppen getragen wurde. Die Schweriner Bürgerschaft muß sich die Frage gefallen lassen, ob sie es auf Dauer dulden will, dass Nazihorden regelmäßig ihre ausländerfeindliche und menschenverachtende Propaganda durch die Schweriner Straßen grölen.

Der Abwärtstrend hält an – MVgida am 13.04. in Schwerin

Vom Thor Steinar tragenden Fahnenschwinger bis zum verwirrten Reichsbürger der rechtspopulistischen Szene aus Schwerin und Umgebung, sind am vergangenen Montag erneut 170 Personen in der Landeshauptstadt aufmarschiert.
Damit ist die Teilnehmendenzahl weiter rückläufig. Trotz der geringeren Beteiligung bleibt die Stimmung weiterhin angespannt und wurde von volksverhetzenden Parolen und Pöbeleien angeheizt. Das Feindbild von Salafismus und Refugees geht über in Hasstiraden auf Gegendemonstrierende.
Die Demoroute verlief unspektakultär durch den Dreesch und es kann festgestellt werden, dass sich die Anwohner*innen kaum mit den Inhalten von MVgida identifizieren können oder diese unterstützen würden. So wurde der Gegenprotest auch von ortsansässigen Menschen getragen, die kein Verständnis für diese rassistische Mobilmachung haben.

Durch die Abspaltung von Enrico Naumann und dem Fernbleiben gemäßigter und bürgerlicher Demonstrierender ist eine zunehmende Radikalisierung von MVgida zu erwarten. Wir werden dabei nicht tatenlos zusehen und darauf  hoffen, dass sich MVgida eines Tages von allein erledigt. Wenn vermeintliche Bürger*innen ihren Rassismus auf die Strasse tragen, gilt es dem etwas entgegenzusetzten.

 

Am 13.04.2015 MVgida aufhalten

Nach dem freien Ostermontag will MVgida kommende Woche erneut am großen Dreesch auflaufen. Es bleibt interessant wie sich das Debakel um interne Zersplitterung, sinkende Personenzahlen und inhaltliche Leere bei MVgida weiterentwickelt. Wir wollen, dass sich dieser Trend fortsetzt und rufen deshalb auf, nach Schwerin zu kommen. Bieten wir zusammen diesen selbsternannten Rettern des Abendlandes die Stirn– kein Platz für Nazis in MV. Weitere Infos gibts wie gewohnt unter #‎Mvfueralle‬ und Schwerin für alle.

Mvgida setzt am Ostermontag aus

Während sie Gegner*innen stets als Krawall suchende Berufsdemonstrant*innen darstellen, inszenieren sich Nazis gern als Verteidiger von Recht und Ordnung, die ja eigentlich auf der Seite der Gesetzeshüter*innen stehen. Auch Mvgida nutzt diese Strategie, um in ihrem Post vom 31.03.2015 den Polizist*innen den Ostermontag großzügig freizugeben – soll heißen: Kein Naziaufmarsch am 6.04. in Schwerin! Stattdessen rufen die stolzen Deutschen auf, an diesem Tag nach Dresden zur Veranstaltung ihres Vorbilds PEGIDA zu fahren.
Das heißt aber noch lange nicht, dass wir uns in MV an diesem Tag keine Nazis ansehen können, denn der frühere Mitorganisator Enrico Naumann hat am selben Tag eine Demo in Stralsund angemeldet, welche jedoch nicht unter dem Mvgida Label läuft. Möglicherweise zeichnet sich hier eine wünschenswerte Spaltung der „Volksbewegung“ in schlichte Rassist*innen und realitätsferne Verschwörungstheoretiker*innen ab.
Was auch immer der kommende Montag bringen mag, am darauffolgenden, dem 13.04.2015, hat sich der rassistische Mvgida-Mob in Schwerin angekündigt. Vermutlich wollen sie erneut auf dem Dreesch laufen und den Abriss der Blocks um den Berliner Platz nutzen, um ihre rassistischen Thesen mit für die Bevölkerung wichtigen Themen zu verknüpfen.