Güstrow wehrt sich gegen MVgida

Für den 19.04 mobilisiert MVgida nach Güstrow. Dies ist der zweite Versuch des hiesigen Pegida-Ablegers die Stadt zu wechseln, um mehr Bürger*innen auf die Strasse zu bringen. Nachdem Rostock floppte, versuchen sie in Güstrow auf bestehende Nazistrukturen zurückzugreifen. Dass Güstrow nicht unauffällig und ruhig ist, wie der Bürgermeister Arne Schuldt betonte, zeigen die Geschehnisse der letzten Wochen.

Zivilgesellschaft unter Druck

Die Barlachstadt hat ein massives Problem mit Neonazis und verzeichnet eine besonders aktive Szene. Am Osterwochenende patrouillierte beispielsweise eine Bürgerwehr, mit der Absicht eine sogenannte „national befreite Zone“ durchzusetzen. In diesen Zonen wird ein Bedrohungsszenario für Andersdenkende und vermeintlich Nicht-Deutsche geschaffen. Wie Ernst diese Gefahr ist zeigt sich durch die Geschichte von Frau Larisch. Die Stadtvertreterin engagiert sich für Geflüchtete und gegen rechtsradikales Gedankengut. Somit wurde sie zum Ziel von Neonazis, welche nicht vor Morddrohungen zurückschreckten. Daher steht sie seit einigen Wochen unter Polizeischutz.

Rassistisch motivierte Übergriffe sind zur Normalität geworden

Es häufen sich Angriffe auf Sammelunterkünfte und Flüchtlinge in Güstrow und bundesweit. Die Situation in den Heimen ist katastrophal und bedeutet Ausgrenzung und Isolation. So haben die untergebrachten Menschen kaum Möglichkeiten sich in der Gesellschaft einzugliedern, welche Ihnen zudem mit Ressentiments und Anfeindungen begegnet. Ein normaler Alltag ist für viele als nicht-deutsch wahrgenommene Menschen in Teilen Deutschlands kaum noch möglich. Sei es der Gang zum Supermarkt oder einer der zahlreichen notwendigen Behördengänge, der Weg durch die Stadt wird mitunter zum Spießrutenlauf – rassistische Beleidigungen und sogar tätliche Angriffe sind keine Seltenheit.

Solidarität heißt Widerstand

Wir rufen dazu auf, am Sonntag mit Kind und Kegel nach Güstrow zu kommen und für Verständigung und Solidarität mit Betroffenen rechter Gewalt einzutreten. Egal an welchem Wochentag, egal welche Stadt und egal welches Label. Wir werden es nicht dulden, wenn schlecht getarnte Neonazis sich bürgerlich geben und ihre rassistische Hetze öffentlich machen. Entschlossen und widerständig wollen wir uns ihnen in den Weg stellen.

Für Sonntag rufen das Demokratiebündnis und das Kinder- und Jugendparlament der Stadt Güstrow zu Gegenprotesten auf.  Treffpunkt ist die Villa Kunterbündnis, an der es um 13 Uhr losgeht. Weitere Stationen sind Mahnwachen am Bahnhof, am Markt und in der Südstadt. Mehr Informationen gibt es in den nächsten Tagen hier und auf Twitter unter #mvfüralle.

Update: Die Aktionskarte für den Tag ist jetzt auch verfügbar.