Der Abwärtstrend hält an – MVgida am 13.04. in Schwerin

Vom Thor Steinar tragenden Fahnenschwinger bis zum verwirrten Reichsbürger der rechtspopulistischen Szene aus Schwerin und Umgebung, sind am vergangenen Montag erneut 170 Personen in der Landeshauptstadt aufmarschiert.
Damit ist die Teilnehmendenzahl weiter rückläufig. Trotz der geringeren Beteiligung bleibt die Stimmung weiterhin angespannt und wurde von volksverhetzenden Parolen und Pöbeleien angeheizt. Das Feindbild von Salafismus und Refugees geht über in Hasstiraden auf Gegendemonstrierende.
Die Demoroute verlief unspektakultär durch den Dreesch und es kann festgestellt werden, dass sich die Anwohner*innen kaum mit den Inhalten von MVgida identifizieren können oder diese unterstützen würden. So wurde der Gegenprotest auch von ortsansässigen Menschen getragen, die kein Verständnis für diese rassistische Mobilmachung haben.

Durch die Abspaltung von Enrico Naumann und dem Fernbleiben gemäßigter und bürgerlicher Demonstrierender ist eine zunehmende Radikalisierung von MVgida zu erwarten. Wir werden dabei nicht tatenlos zusehen und darauf  hoffen, dass sich MVgida eines Tages von allein erledigt. Wenn vermeintliche Bürger*innen ihren Rassismus auf die Strasse tragen, gilt es dem etwas entgegenzusetzten.

 

Mvgida setzt am Ostermontag aus

Während sie Gegner*innen stets als Krawall suchende Berufsdemonstrant*innen darstellen, inszenieren sich Nazis gern als Verteidiger von Recht und Ordnung, die ja eigentlich auf der Seite der Gesetzeshüter*innen stehen. Auch Mvgida nutzt diese Strategie, um in ihrem Post vom 31.03.2015 den Polizist*innen den Ostermontag großzügig freizugeben – soll heißen: Kein Naziaufmarsch am 6.04. in Schwerin! Stattdessen rufen die stolzen Deutschen auf, an diesem Tag nach Dresden zur Veranstaltung ihres Vorbilds PEGIDA zu fahren.
Das heißt aber noch lange nicht, dass wir uns in MV an diesem Tag keine Nazis ansehen können, denn der frühere Mitorganisator Enrico Naumann hat am selben Tag eine Demo in Stralsund angemeldet, welche jedoch nicht unter dem Mvgida Label läuft. Möglicherweise zeichnet sich hier eine wünschenswerte Spaltung der „Volksbewegung“ in schlichte Rassist*innen und realitätsferne Verschwörungstheoretiker*innen ab.
Was auch immer der kommende Montag bringen mag, am darauffolgenden, dem 13.04.2015, hat sich der rassistische Mvgida-Mob in Schwerin angekündigt. Vermutlich wollen sie erneut auf dem Dreesch laufen und den Abriss der Blocks um den Berliner Platz nutzen, um ihre rassistischen Thesen mit für die Bevölkerung wichtigen Themen zu verknüpfen.