Mvgida: bekannte Hetze auf neuer Route

Am 11. MVGIDA-Aufmarsch am 23.3. in Schwerin beteiligten sich gut 200 Teilnehmer_innen. Damit blieb die Teilnehmer_innenzahl deutlich hinter den Erwartungen der Organisator_innen zurück. Das Kalkül, mit der neuen Route im Stadtteil Großer Dreesch eine neue Anhängerschaft zu mobilisieren, ging nicht auf. Ganz im Gegenteil: Viele lokale Anwohner_innen befanden sich unter den rund 200 Gegendemonstrant_innen. Neben verbalen Provokationen der Nazis kam es am Rande des Aufmarsches zu tätlichen Angriffen auf Gegendemonstrant_innen. Die Polizei hingegen legte ihre Prioritäten darauf, einzelne Gegendemonstrant_innen zu schikanieren. 
Die Organisator_innen hatten gehofft, durch eine Verlegung der Route in das Plattenbauviertel Großer Dreesch neue Mitstreiter_innen zu gewinnen und dadurch ihre seit Wochen stagnierende Teilnehmer_innen-Zahl zu erhöhen. Weder passierte dies, noch gab es Beifallskundgebungen von den an der Route wohnenden AnwohnerInnen für den MVGIDA Aufmarsch. „Das rassistisch demagogische Auftreten der MVGIDA, die versucht, Menschen mit Migrationshintergrund als Ursache für soziale Probleme in dem Plattenbauviertel hinzustellen, hat offensichtlich nicht funktioniert“, so Ellen Muscheite, lokale Aktivistin aus Schwerin.
Die MVGIDA Demo zeigte ein deutliches Bild eines klassischen Naziaufmarsches. Aggressive Parolen wie „Antifa-Hurensöhne“ oder „Die beste Säuberung ist immer noch der Abzug“ hört man bei MVGIDA immer häufiger. Auch wird ein aggressives Verhalten der Demoteilnehmer_innen gegen Gegendemonstrant_innen immer unverhohlener gezeigt.
Immer wieder versuchten Nazis auszubrechen, um Gegener_innen körperlich anzugreifen. Einer  kleinen Gruppe gelang dies und griff einen Fahrradfahrer an.
Schon vor Beginn der Auftaktveranstaltung hat ein Demoteilnehmer, nachdem er zunächst eine verbale Auseinandersetzung mit einem Gegendemonstranten provozierte, diesen mit seiner Bierflasche auf den Kopf geschlagen. Unverständlich ist hier das Einsatzkonzept der Polizei, die zwar später den Täter überwältigen konnte, die aber bei umsichtigeren Handeln diesen Angriff hätte verhindern können.
So ist es immer noch so, dass die Bereitschaftspolizist_innen, die zwischen dem Naziaufmarsch und den Gegendemonstrant_innen stehen, ihre Aufmerksamkeit den Gegendemonstrant_innen zuwenden. Offensichtlich bekommen sie von der Einsatzführung gesagt, dass Gefahr eher von der antifaschistischen Seite drohe.
"Die einseitig von der Polizeiführung vorgenommene Gefährdungsanalyse zugunsten der Nazis ist unerträglich“ so Ramona Seiffert von Nogida,“ wenn die Polizei endlich einmal das Gewaltpotential der Nazis zur Kenntnis nehmen würde und auch die am Rande getätigten Holocaustverleugnungen, dann wäre der Spuk hier schon längst zu Ende, aber das passt der Polizei wohl nicht ins Konzept“. Statt dessen wird wegen banalsten Anlässen mit Ermittlungsverfahren gegen die Gegendemonstrant_innen vorgegangen, so z. B. wegen des Filmens eines Polizeieinsatzes und wegen Tragens eines Kleidungsstückes mit polizeikritischer Inschrift.
Aggressiv taten sich wieder einmal Beamte der BFE (Festnahme- und Beweissicherungseinheit der Polizei) hervor, die teils sehr ruppig gegen Gegendemonstrant_innen vorgingen und lieber gleich Leute wegschubsten, anstatt vernünftig ihre Maßnahme zu erklären.

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